Konzertbericht Anna Kane, 2. Mai 2017 live im Kulturmarkt

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Konzertbericht Anna Kane, 2. Mai 2017 live im Kulturmarkt

Bereits im Vorfeld zum Konzert durfte ich Anna begleiten, um ihren langersehnten Auftritt im Kulturmarkt möglichst effizient in den Medien zu bewerben. Natürlich war ich besonders gespannt, wie sich die sympathische Zürcherin alleine auf der grossen Bühne schlägt.

Von Steve Pang

Kurz nach 20 Uhr betritt Anna Kane mit einer kleinen Verspätung die Bühne des vollen Theatersaals. Ganz in schwarz gekleidet, mit luftigen Joggingpants, coolen Lederschuhen, ihrem obligaten Hut sowie einer Trinkflasche bewaffnet, setzt sie sich gleich ans E-Piano und stimmt das Intro ein.

Die Spannung im Saal ist förmlich zu spüren und wird durch die anfänglich sachten Pianoklänge und Annas einsetzender Stimme im Song «Change» behutsam gelegt. Bereits nach einem Song wechselt sie zum Klavier und lässt mit «You fucked my Soul» ihren Emotionen freien Lauf. Ihre treibende Spielweise und ihr Gesichtsausdruck lassen einen erahnen, welche Trauer und Wut im Spiel gewesen sein müssen, als sie den Song komponierte.

Überhaupt kommt Anna überaus authentisch rüber. Sie stellt bald klar, dass sie nicht die grosse Showmasterin ist. Sie lässt lieber ihre Musik für sich sprechen, punktet mit ihrem verschmitzten Lächeln und wirft dem Publikum lediglich vereinzelt kleine Rede-Häppchen vor. Wie zum Beispiel als sie sagt: «Es ist vielleicht besser, dass mich die Scheinwerfer derart blenden, so dass ich euch nicht sehen kann, sonst wäre ich nämlich noch nervöser». Oder beim Moment, als der Lichttechniker ein Video mit einem lodernden Lagerfeuer auf die Leinwand projiziert, wo sie lachend meint: «Hey Philipp, mach das ja nie wieder. Gaht ja gar nöd!». Kitsch scheint definitiv nicht ihr Ding zu sein. Und doch enthalten auch ihre Kompositionen Fragmente davon. Einige Songs besitzen nämlich durchaus Hitpotenzial.

«Home», ein Song mit Reggae Groove, animiert die Zuschauer schliesslich zum Mitklatschen. Teilweise spielt Anna das Klavier einhändig, mit der anderen Hand den Takt schlagend. Sie fühlt ihre Musik, soviel ist klar. Ihre Stimme: meist minim rauchig angehaucht, leicht soulig und überaus einprägsam.

Mit «Where were you gone to?» kündigt Anna ihren bisher persönlichsten Song an, bei dem nach eigenen Angaben viel Schweiss und Tränen geflossen seien. Passend dazu wird das Bühnenbild tiefrot eingefärbt. Die visuellen Leinwandprojektionen unterstützen Annas Auftritt an diesem Abend ungemein. Solo, alleine mit Klavier und Stimme durch einen Abend zu führen, ist eine enorme Leistung. An manchen Stellen wünschte man sich vielleicht, dass mal ein Schlagzeug oder ein Bass einsetzt, sei es nur der Abwechslung zuliebe oder zwecks Umsetzung des eigenen Kopf-Orchesters. Aber das Programm heisst ja nicht umsonst: «Raw».

Nach einem Set von zwölf Songs und frenetischem Applaus wird Anna schliesslich noch für eine Zugabe auf die Bühne zurückgeholt. «Be a star and shine for me» widmet sie ihrem verstorbenen Onkel. Abschliessend wird sie mit einem Blumenstrauss von der Bühne verabschiedet.

Anna Kane hat an diesem stimmigen Konzertabend tatsächlich viele Sterne zum Leuchten gebracht. Die Rohfassungen ihrer Songs machen definitiv Lust auf mehr und man darf schon jetzt gespannt sein, wenn es heisst: Anna Kane & Band live on stage!

 

 

2017-05-08T13:32:21+00:00
4 Kommentare

  1. Jessica Gessler 9. Mai 2017 um 18:03 Uhr - Antworten

    Es isch eifach nume schön gsii!!! Sie isch e wahnsinnigi künstlerin und ich bin sooooo stolz uf sie

  2. Dave 10. Mai 2017 um 8:29 Uhr - Antworten

    Guter Bericht, gutes Konzert

  3. Borys Liechti 11. Mai 2017 um 12:18 Uhr - Antworten

    Ich war sehr beeindruckt von diesem Konzert, die Emotionen in den Songs waren geradezu greifbar. Ich hoffe, man hört in den kommenden Jahren noch viel von Anna.

  4. Kari 22. Mai 2017 um 16:42 Uhr - Antworten

    Wunderschöner Bericht. Einfühlsam und RAW geschrieben – so wie Anna es auch gespielt und gesungen hat. Kompliment an alle Beteiligten.

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